Scheinselbstständigkeit vermeiden
Von Scheinselbstständigkeit spricht man, wenn eine Person formal als Freelancer tätig ist, inhaltlich aber die Merkmale einer Festanstellung aufweist, also weisungsgebunden arbeitet, nur für einen Auftraggeber tätig ist und in den Betriebsalltag integriert ist. Die Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung wertet verschiedene Kriterien aus, um den Status zu beurteilen.
Sowohl du als Auftraggeber als auch der Freelancer können bei Feststellung der Scheinselbstständigkeit erhebliche Risiken eingehen. Dazu zählen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen, Lohnsteuern sowie mögliche Bußgelder und Rückzahlungen der Vorsteuer.
Wichtige Kriterien zur Vermeidung von Scheinselbstständigkeit
Diese fünf Punkte sind besonders wichtig:
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Regelmäßige Beschäftigung von Freelancern: Achte darauf, dass Freelancer nicht dauerhaft nur für dich arbeiten. Eine hohe Abhängigkeit von einem einzigen Auftraggeber kann als Indiz für Scheinselbstständigkeit gewertet werden.
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Vertragsgestaltung: Stelle sicher, dass die Verträge mit Freelancern klar festlegen, dass sie ergebnisorientiert und ohne Weisungsbefugnis arbeiten. Der Vertrag sollte die freie Wahl von Arbeitszeit und -ort ermöglichen, um die Unabhängigkeit zu betonen.
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Vergütung: Die Stundensätze für Freelancer sollten deutlich höher als die von Festangestellten sein, um deren zusätzliche Kosten wie Sozialversicherungen und Altersvorsorge abzudecken. Niedrige Stundensätze können ein weiteres Indiz für Scheinselbstständigkeit sein.
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Dokumentation und Kommunikation: Vermeide Arbeitsanweisungen und enge Integration in betriebliche Abläufe. Freelancer sollten selbstständig arbeiten und nicht den gleichen Arbeitsmitteln und Räumlichkeiten wie Festangestellte unterliegen.
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Kontinuierliche Überprüfung: Regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen der Verträge und Arbeitsweisen können helfen, auf der sicheren Seite zu bleiben. Stelle sicher, dass Freelancer mehrere Auftraggeber haben und ihre unternehmerische Freiheit gewahrt bleibt.
Risiken und Konsequenzen
Sowohl du als Auftraggeber als auch der Freelancer können im Falle der Scheinselbstständigkeit erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken eingehen. Dies umfasst Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen, Lohnsteuern sowie mögliche Bußgelder und Rückzahlungen der Vorsteuer. In extremen Fällen können sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen.
Praxis-Tipps
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Vertragsgestaltung: In den Verträgen sollte klar definiert sein, dass Freelancer keine Weisungen erhalten und ihre Arbeit ergebnisorientiert erledigen. Auch sollte die Notwendigkeit der Vorlage von Nachweisen über weitere Aufträge und die eigene Versicherung im Vertrag vermerkt werden.
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Getrennte Ressourcen: Nutze getrennte Hard- und Software sowie Räumlichkeiten für Freelancer, um deren Unabhängigkeit zu unterstreichen.
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Freie Wahl von Arbeitszeit und -ort: Ermögliche Freelancern die freie Wahl von Arbeitszeit und -ort, um deren eigenständige Arbeitsweise zu unterstützen und die Scheinselbstständigkeit zu vermeiden.
Durch die Einhaltung dieser Richtlinien und die ständige Überprüfung deiner Zusammenarbeit mit Freelancern kannst du das Risiko der Scheinselbstständigkeit minimieren und rechtliche Sicherheit gewährleisten.




