UI Designer Jobprofil
Was ist ein UI Designer?
UI Designer arbeiten sowohl im Front-End als auch im Back-End. Sie sorgen dafür, dass Nutzer sich in einer Anwendung möglichst intuitiv und angenehm zurechtfinden. Dafür gestalten sie die Schnittstelle zwischen Nutzer und Anwendung.
Ein optimal gestaltetes User Interface ist schön anzusehen, effizient und leicht zu bedienen — der Nutzer soll es ohne Probleme bedienen können und keine Verständnisprobleme haben. UI Designer bilden die Brücke zwischen User-Experience-Forschung und der visuellen, interaktiven Realität eines Produkts.
Was ist das Gehalt eines UI Designers?
Das Durchschnittsgehalt für einen UI Designer in Deutschland beträgt etwa 40.500 € pro Jahr. Das Gehalt steigt mit dem Bildungsabschluss, der Erfahrung, der Branche und der Unternehmensgröße.
Nach Abschluss:
- Bachelorabschluss: ~36.440 € (Einstieg)
- Masterabschluss: ~40.500 €
- Doktortitel: über 47.700 €
Nach Unternehmensgröße:
- Start-up: ~37.660 €
- Mittelständisches Unternehmen: über 40.000 €
- Großunternehmen: ~45.350 €
Nach Branche: Die Automobilbranche zahlt das höchste Durchschnittsgehalt (42.150–46.250 €). Medizin und Energiewirtschaft liegen nah dahinter. Handel und Logistik bieten die niedrigsten Gehälter (35.700–39.000 €).
Nach Bundesland: In Hessen lässt sich am meisten verdienen (42.250–46.380 €), dicht gefolgt von Baden-Württemberg. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt bilden das Schlusslicht (33.500–34.700 €).
Freelance: UI Designer erzielen ca. 75 €/Stunde → ~610 €/Tag (8-Stunden-Tag). Zu beachten ist, dass Freelancer Versicherungen, Hardware und Urlaub selbst tragen.
Was versteht man unter einem User Interface?
Ein User Interface ist vereinfacht gesagt die Schnittstelle zwischen Menschen und Software bzw. Computer. Beispiele für User Interfaces sind:
- Eine Fernbedienung für den Fernseher
- Bedienelemente an verschiedenen Geräten
- Die grafische Oberfläche einer Software
Typen von User Interfaces:
- Command Line Interface (CLI): Das CLI ist die Kommandozeile bzw. die Befehlszeile eines User Interfaces am Computer. Die Befehlszeile nimmt Eingaben des Benutzers über eine Textzeile auf.
- Graphical User Interface (GUI): Das GUI ist die grafische Benutzeroberfläche einer Software. In der Regel wird diese mit Maus und Tastatur bedient, an Mobilgeräten auch über einen Touchscreen.
- Tangible User Interface (TUI): Beim TUI interagiert der Nutzer mit einem physischen Ein- oder Ausgabemedium.
- Text User Interface (TUI): Beim Text User Interface, was ebenfalls TUI abgekürzt wird, besteht die Benutzeroberfläche aus reinem Text. Das Text User Interface nutzt, im Gegensatz zum Command Line Interface, einen Bildschirm oder ein Bildschirmfenster komplett aus.
- Voice User Interface (VUI): Das VUI ist eine sprachgesteuerte Benutzeroberfläche. Diese ermöglichen sowohl Spracheingaben als auch Sprachausgaben. Gängige Beispiele für diese Art Interface sind die Sprachassistenten von Google, Amazon und Apple.
Welche Aufgaben hat ein UI Designer?
UI Designer sind verantwortlich für die visuelle und interaktive Schicht digitaler Produkte:
- Erstellung von visuellen Designsystemen (Typografie, Farbpaletten, Icon-Bibliotheken, Abstände)
- Design responsiver Layouts für Web und Mobile
- Entwicklung interaktiver Prototypen für Nutzertests
- Aufbau und Pflege von Komponentenbibliotheken (Design Systems)
- Zusammenarbeit mit UX-Designern zu Informationsarchitektur und User Flows
- Enge Abstimmung mit Entwicklern zur korrekten Implementierung
- Design-Reviews und Qualitätsprüfungen
- Sicherstellung von Barrierefreiheit (WCAG-Standards)
Welche Skills braucht ein UI Designer?
Fachlich:
- Designtools: Figma (primär), Sketch, Adobe XD
- Prototyping-Tools: InVision, Figma, Axure
- Grundkenntnisse in HTML und CSS
- Kenntnisse in Design Systems und Komponentenbibliotheken
- Barrierefreiheitsstandards (WCAG)
- Motion-Design-Grundlagen (Lottie, After Effects) — zunehmend wertvoll
Softskills:
- Visuelles Denken und ästhetisches Empfinden
- Detailgenauigkeit — pixelgenaue Umsetzung
- Kommunikationsstärke — Designentscheidungen präsentieren und begründen
- Teamfähigkeit — enge Zusammenarbeit mit UX-Designern, Entwicklern und Produktmanagern
- Empathie — verstehen, wie Nutzer mit Oberflächen interagieren
Wie wird man UI Designer?
Ein Studium in Grafikdesign, Kommunikationsdesign, Mensch-Computer-Interaktion oder einem verwandten Fach bietet eine ideale Grundlage. Viele erfolgreiche UI Designer sind jedoch Autodidakten, die ihre Fähigkeiten durch Online-Kurse und persönliche Projekte aufgebaut haben.
Kenntnisse in Figma gelten mittlerweile als Basisanforderung der meisten Arbeitgeber. Ein starkes Portfolio, das visuelle Designqualität, Komponentensysteme und Design-Thinking-Ansätze in mehreren Projekten demonstriert, ist für jede UI-Designer-Stelle essenziell.
Was ist der Unterschied zwischen UI und UX?
UI-Design konzentriert sich hauptsächlich auf die Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Das umfasst sowohl die Benutzerfreundlichkeit einer Website, aber auch die Oberfläche einer App oder mobilen Anwendung. UI-Designer konzentrieren sich ausschließlich auf diese genannte Schnittstelle. Weniger relevant ist das Erlebnis des Benutzers und den Fluss zwischen den einzelnen Schnittstellen.
UX- und UI-Designer arbeiten eng zusammen, um die Nutzererfahrung und die Benutzerfreundlichkeit zu messen und zu verbessern. Dabei testen sie ständig neue Designs, um Fehler zu korrigieren. UI-Designer verfügen über Kenntnisse in der Front-End Entwicklung und im Grafikdesign. Gerade visuelle Aspekte sind wichtig, während UX-Designer eher auf die Nutzerfahrung konzentriert sind.
Der Fokus im UI-Design liegt auf visuellen Berührungspunkten, die dem Nutzer die Interaktion ermöglichen. Sie erstellen Kombinationen von Schriftarten, Farbpaletten, Buttons, Animationen und Bildern. Das UX-Design umfasst die gesamte Nutzerfahrung vom ersten Kontakt bis zum letzten. Sie erstellen strukturelle Designlösungen, die der Nutzer auf der gesamten Reise mit dem Produkt hat. UX-Design hat zu Ziel, mit Effizienz zu begeistern, während das UI-Design mit dem Design begeistern soll.
Wie sieht ein gutes UI-Designer Portfolio aus?
Ein gutes und attraktives Portfolio zu erstellen, ist eine hervorragende Möglichkeit, seine Ideen und Talente im Design vorzustellen. Ein gut designtes Portfolio zieht Kunden an und sorgt für bessere Chancen beim Jobinterview. Gerade für Freiberufler ist ein anschauliches Portfolio hilfreich, um möglichen Kunden einen einladenden Eindruck zu verschaffen. Grundsätzlich ist ein gutes Portfoliodesign aber auch immer eine Frage des Geschmacks.
Im Folgenden findest du 5 Beispiele für ein gutes Portfolio Design:
1. Mengdi Zhang Das Design ist sehr minimalistisch gehalten und man findet sofort alle wichtigen Informationen, die man benötigt. Über die Menüleiste hat man die Möglichkeit, mehr über die Designerin zu erfahren. Generell ist das Design sehr schlicht und wirkt nicht überladen.
2. Jared Bartman In diesem Design wird mehr Fokus auf Farben gelegt. Auch hier sorgen die stimmigen Farben und die wenigen Worte für eine klare Übersicht. Der Leser weiß sofort, um was es geht.
3. Simon Foster Dieses Design ist ein gutes Beispiel für Kreativität. Quasi ohne Worte bekommt man trotzdem einen schnellen Überblick über den Ersteller dieses Portfolios. So liegt der Fokus hier beispielsweise auf Mobile-Design. Wer mehr erfahren möchte, klickt sich durch die Menüpunkte am Kopf der Seite.
4. Tom Parkes In diesem Portfolio liegt der Fokus deutlich mehr auf dem Text. Es gibt keine Bilder und besonders heraus sticht die vertikale Überschrift. Dennoch verfolgt das Portfolio einen klaren Aufbau und es ist alles deutlich lesbar und strukturiert. Ebenfalls ein gutes Beispiel für ein besonderes Portfoliodesign.
5. Run Wild Ein sehr inspirierendes Portfoliodesign. Wenig Text, ein aussagekräftiges Bild und ein CTA, der den Leser dazu animiert mehr über den Ersteller zu erfahren. Hier wird deutlich mehr Wert auf Emotionen gelegt und erst im zweiten Zug erfährt man mehr über die Brand dahinter. Eine andere Möglichkeit, die ebenfalls schön anzusehen ist.