Mentoring: Was sollte ich als Unternehmer wissen?

Mentoring

Erfolg, Zielstrebigkeit, Expertenwissen – das sind nur einige Dinge, die unser CTO Ralf Gehrer mit Mentoren in Verbindung bringt. Ralf hat in den vergangenen Wochen einige LinkedIn-Beiträge zum Thema Mentoring verfasst und ist dabei auf viel positive Resonanz und Interesse gestoßen. Wir haben das Thema intern nochmals aufgegriffen und einen Blogartikel zu unseren Ideen und Tipps geschrieben.

Was ist ein Mentor?

Wegweiser – so kann man einen guten Mentor vermutlich beschreiben.

Jemand, der Sie mit Ratschlägen, Unterstützung und Feedback versorgt und Sie, bzw. Ihre Entscheidungen, auch in Frage stellt. Ihr Mentor kann in der gleichen Branche oder in einer ähnlichen Rolle tätig sein, hat aber mindestens 5-10 Jahre mehr Erfahrung als Sie. Ein Mentor übernimmt keine operativen Aufgaben für Sie und Sie können auch nicht erwarten, dass er Ihnen in seinem Netzwerk „Türen öffnet“. Vielmehr gibt er Ihnen Ratschläge und zeigt Ihnen den richtigen Weg und für Sie besten Weg auf.

Klarheit über Ihre Ziele

Bereits bevor Sie sich auf die Suche nach einem Mentor machen, sollten Sie sich selbst einige Fragen beantworten können. Ohne die Antworten auf diese Fragen zu kennen, können Sie auch kein spezifisches Profil eines Mentors suchen. Mit den folgenden Fragen können Sie ihren Suchradius etwas eingrenzen:

  • Mit welchem Ziel suchen Sie einen Mentor? (Aufstieg im Unternehmen, Balance zwischen Privat- und Berufsleben, Unternehmensgründung, …)
  • Welche Fähigkeiten wollen Sie verbessern? (Programmierung, Führungsqualität, Sprachen, …)
  • Welche Hürden müssen Sie überwinden? (Fehlendes Wissen, unzureichendes Netzwerk, …)
  • Was wollen Sie lernen und aus der Beziehung mit einem Mentor mitnehmen? (Führungsstärke, Aufstieg der Karriereleiter, finanzielle Freiheit, …)
  • Auf welche Fragen brauchen Sie Antworten? (Wie gründe ich erfolgreich, Wie schaffe ich es, dass meine MA meiner Vision folgen, …)


Unser CTOs 
Tipp

Schreiben Sie sich Ziele auf, welche Sie mit Hilfe Ihres Mentors schneller erreichen möchten und notieren Sie Fragen, dessen Beantwortung für Sie von Bedeutung ist. Einige dieser Fragen können Sie einem potenziellen Mentor bereits recht früh stellen und daran ggf. erkennen, ob Sie mit ihm ein gutes Team bilden.  

Ihren Mentor sollten Sie bewundern können!

Sobald Sie sich im Klaren sind, welche Ziele Sie erreichen möchten, sollten sie sich einen Mentor suchen, der Sie Ihrem Ziel näher bringen kann. Wer in Ihrem Umfeld hat das 10-fache Ihres derzeitigen Status quo erreicht? Wer besitzt relevante Fähigkeiten und praktische Erfahrung in derselben Branche – oder darüber hinaus? Wer kann eine Außenperspektive bieten, die durch praktische Erfahrung gestützt wird?

Im Idealfall achten Sie hier auf zwei „einfache“ Dinge:

  • Stimmen die Zahlen und Fakten?
    Sprich: Arbeitet Ihr möglicher Mentor in der gleichen Branche, hat er bereits die Erfahrungen durchlebt, die auch Sie machen möchten? Hier können auch Dinge wie sein Verdienst, sein Netzwerk und vieles mehr berücksichtigt werden.

  • Was sagt ihr Bauchgefühl?
    Sprich: Passt es zwischenmenschlich, werden Sie langfristig Kontakt zueinander haben? Besteht auch gegenseitiges Interesse am Mentoring? Was sagt ihr Herz?

Je nach Ihren Zielen sollten Sie sich nach mehreren Mentoren umsehen, die jeweils auf ein bestimmtes Ziel spezialisiert sind. Betrachten Sie sie als Ihr persönliches Beratergremium.

Wo finde ich einen Mentor?

    • Arbeitskollegen
      Haben Sie jemandem im direkten Umfeld, von dem Sie bereits jetzt viel lernen konnten und dessen Fähigkeiten sie sehr schätzen?

    • Alumni-Netzwerke
      Ein gemeinsamer Nenner, beispielsweise die gleiche Universität oder das gleiche Stipendium, kann häufig Türen öffnen. Sprechen oder schreiben Sie Leute an, von denen Sie gutes gehört haben.

    • Aktuelle oder ehemalige Vorgesetzte
      Zumindest in den meisten Fällen sind Vorgesetze beruflich weiter als wir es sind und verfügen über mehr Erfahrung. Zudem können Sie uns den Aufstieg im Unternehmen oder einer bestimmten Industrie erleichtern und verfügen über ein großes Netzwerk.

    • Soziale Netzwerke wie LinkedIn
      Hier gestaltet sich die Suche schwieriger, wir empfehlen auch hier, nach einem gemeinsamen Nenner, beispielsweise dem gleichen Arbeitgeber oder der gleichen Universität zu suchen.

    • Meetings und Netzwerkveranstaltungen
      Sollten Sie über ein starkes Netzwerk verfügen, kann Ihnen dieses auch hier in die Karten spielen. Nutzen Sie es und finden Sie so mögliche Mentoren.

    • Spezielle Mentoring-Netzwerke wie „The Mentoring Club
      The Mentoring Club ist eine offene Gemeinschaft, die Menschen unterstützt, die lernen, wachsen und sich entwickeln wollen. Auch hier können Sie sich auf die Suche nach einem potenziellen Mentor machen. Der Vorteil: Erfahrene Personen begeben sich bewusst in Mentoring-Netzwerke und sind offen für eine Zusammenarbeit.

     

  • Unser CTOs Tipp:
    Fertigen Sie eine Liste von 10+ potenziellen Mentoren für jedes Ihrer großen Ziele an und wägen Sie anschließend ab, wer als Mentor für Sie in Frage kommen könnte.
     

Make the "Ask"!

76 % der Menschen sagen, dass Mentoren wichtig sind, aber nur 37 % haben tatsächlich einen.

76 % der Menschen sagen, dass Mentoren wichtig sind, aber nur 37 % haben tatsächlich einen.

Warum diese Kluft? Häufigster Grund ist die Angst vor Ablehnung. Um diese Angst zu überbrücken und auch sonst die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Zusammenarbeit zu erhöhen, sollten die folgen Dinge beachtet werden:

 

Don’t label it 

Bitten Sie die Person nicht gleich darum, „Ihr Mentor“ zu sein. Das ist eine sehr große Bitte. Sicherlich zu groß für das erste Treffen. Vielleicht brauchen Sie die Bezeichnung „Mentor“ für die Beziehung gar nicht. Schrecken Sie ihr Gegenüber nicht ab, vielmehr sollten Sie langsam, Schritt für Schritt eine gesunde Beziehung zu einer Person entwickeln, die die für Sie relevanten Eigenschaften eines Mentors besitzt und tatsächlich lebt.

 

Die Frage nach dem ersten Meeting

Beginnen Sie stattdessen mit einer einfachen Bitte, die nur eine geringe Verpflichtung erfordert – etwas Ungezwungenes: eine (virtuelle) 15- bis 30-minütige Kaffeepause, eine Einladung zum Mittagessen oder etwas Aktiveres – wie einen Spaziergang.

Je nachdem, wie gut Sie die Person kennen, bitten Sie einen gemeinsamen Freund um eine Vorstellung oder schicken Sie eine kurze E-Mail – nicht mehr als fünf Sätze -, die Folgendes enthält:

  • Ein oder zwei Dinge, die Sie an der Person bewundern
  • Eine kurze Beschreibung Ihrer Person
  • Warum haben Sie sich gemeldet?
  • Was Sie gerne von der Person lernen würden
  • Bitten Sie um ein Treffen

 

Das erste „Date“

Machen Sie es Ihrem Ziel-Mentor leicht und kümmern Sie sich um die gesamte Logistik, damit er nur noch erscheinen muss. Bereiten Sie sich mit Ihren Fragen und einer Agenda vor, aber erzwingen Sie nichts. Lassen Sie das Gespräch natürlich verlaufen.

Nutzen Sie die erste Hälfte des Treffens, um sich gegenseitig kennenzulernen, und bringen Sie danach Fragen zur Karriere zur Sprache. Denken Sie daran, dass Sie beide noch dabei sind, sich gegenseitig kennenzulernen. Achten Sie daher etwas darauf, wie das Gespräch verläuft – jeder Mensch ist anders. Tasten Sie sich langsam voran, sollte Ihnen Ihr Gegenüber zu einem Thema keine Auskunft geben wollen, wird er dies auch nicht tun.

Achten Sie darauf, dass Sie die Zeit nicht überziehen. Fassen Sie zum Abschluss des Gesprächs/Treffens die Ratschläge zusammen, um zu zeigen, dass Sie den Beitrag des anderen zu schätzen wissen und ihn verstanden haben.

 

Bewerten Sie das Treffen

Haben Sie das Treffen mit einem besseren Selbstwertgefühl verlassen? Wurde eine Verbindung hergestellt? Haben Sie etwas Neues gelernt? Hat der Zielmentor Fragen gestellt?

Wenn nicht, gehen Sie weiter und wenden Sie sich an andere potenzielle Mentoren. Andernfalls stellen Sie einen Plan für das weitere Vorgehen auf. Hören Sie auch auf Ihr Bauchgefühl, nicht nur auf Ihre Checkliste. Ihren Mentor haben Sie häufig über viele Jahre an Ihrer Seite, nehmen Sie sich also Zeit und haben Sie vertrauen in Ihre Einschätzung.

 

Senden Sie eine Danke-Nachrichte

Beim Mentoring gibt es keine 3-Tage-Regel: Melden Sie sich innerhalb von 24 Stunden nach dem Treffen mit einem Dankesschreiben zurück. Bedanken Sie sich darin für die Zeit, die sich Ihr Gegenüber für Sie genommen hat, teilen Sie einige wichtige Dinge mit, die Sie während des Gesprächs gelernt haben und lassen Sie sie wissen, dass Sie sich in ein paar Wochen wieder melden möchten.

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Was macht einen guten Mentor aus?

4 Eigenschaften eines guten Mentors

Grundbaustein auf der Suche eines Mentors ist das Verständnis, welche Qualitäten einen guten Mentor auszeichnen. Da zwischen Ihnen und Ihrem Mentor ein über Jahre hinweg enger Austausch herrschen wird, müssen sie genau wissen, wie sie einen guten und zu Ihnen passenden Mentor finden können.

  • Relevante Expertise oder Wissen
    Der ideale Mentor hat 5-10 Jahre mehr Erfahrung als Sie. So kann er Sie bei Ihren nächsten Schritten unterstützen, beispielsweise bei einer Beförderung oder Unternehmensgründung.

  • Enthusiastisches Teilen seiner Expertise
    Ein weiteres Fundament für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Hinblick auf Mentoring ist der Wille der Mentoren, ihr Wissen mit Ihnen zu teilen. Die besten Mentoren erteilen Ratschläge nicht, weil sie sich selbst gerne reden hören, sondern weil sie wirklich wollen, dass andere von der hart erarbeiteten Weisheit profitieren, die sie sich im Laufe ihrer Karriere angeeignet haben.

  • Eine respektvolle Einstellung
    Die Fähigkeit, ehrliches, direktes, aber konstruktives Feedback zu geben, und die Bereitschaft, Ihnen bei Bedarf etwas Liebe zu geben. Anhand eines konstruktiven Feedbacks wissen Sie, was sie richtig und was falsch gemacht haben. Hierdurch können Sie in zukünftigen Situationen besser und korrekt reagieren und an sich arbeiten.

  • Bereitschaft, Zeit und Ressourcen in andere zu investieren
    Da es keinen konkreten Anreiz gibt, spielen große Mentoren das lange Spiel und erwarten keine unmittelbaren Gewinne. Sollte Ihr potenzieller Mentor keine Zeit für Sie finden oder kein Verständnis für Ihr Berufsleben haben, sollten Sie sich unter Umständen nach einer anderen Person umsehen.

  • Reflektiertes Zuhören und Einfühlungsvermögen
    Großartige Mentoren hören eher zu, was Sie zu sagen haben, als dass sie Ihnen sagen, was Sie tun sollen. Sie fordern Sie heraus, stellen immer wieder die „WARUM“-Frage und ermutigen Sie, Ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen.

Bonus
Bereitschaft, Sponsor zu sein: Ein Mentor muss nicht zwangsläufig ein Sponsor sein. Ein Sponsor ist jemand, der Ihnen Türen öffnet, sich aktiv in der Öffentlichkeit für Sie einsetzt und die Extrameile geht. Das geht häufig weit über das Mentoring hinaus.

Die andere Seite der Münze: Wie werde ich ein guter Mentee?

Denken Sie daran, dass Sie, wenn Sie jemanden bitten Ihr Mentor zu sein, jemanden bitten, sein wertvollstes Gut und seinen größten Druck zu investieren – seine Zeit. Zeigen Sie dem Mentor, dass seine Zeit und Erfahrung gut und sinnvoll genutzt werden. Zeigen Sie ihm, dass Sie gewillt sind von ihm zu lernen.

  • Halten Sie Ihren Mentor auf dem Laufenden
    Seien Sie transparent über die Fortschritte, die Sie und Ihr Unternehmen unter der Anleitung Ihres Mentors gemacht haben. Ihr Mentor ist interessiert daran, Sie erfolgreich zu sehen. Ihr Erfolg ist seine „Bezahlung“.

  • Bieten Sie Ihre Hilfe an
    Mentoring ist keine Einbahnstraße. Was Sie Ihrem Mentor zurückgeben, sind vor allem Ihre Fortschritte, aber prüfen Sie regelmäßig, ob Sie ihn auch darüber hinaus unterstützen können.

  • Drücken Sie Ihre Dankbarkeit aus 
    Machen Sie die Dankesschreiben zu einer regelmäßigen Gewohnheit. Seien Sie dankbar für die Zeit und die Beratung, die Sie erhalten. Kümmern Sie sich um die gesamte Logistik etc., damit Ihr Mentor einfach mit Ihnen in Kontakt treten kann.

  • Bitten Sie um Feedback
    Ergreifen Sie Maßnahmen und die Initiative, um das Mentoring zu einem Erfolg zu machen. Nutzen Sie die Hilfestellungen und Kritiken des Mentors sinnvoll.

  • Engagieren Sie sich für den Prozess
    Mentoring lässt sich nicht in einem Sommer durchführen. Es erfordert echte Zeit und echte Arbeit. Engagieren Sie sich regelmäßig dafür.

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