Mentoring: 7 Dinge die ich als Unternehmer wissen sollte

· 10 Min. Lesezeit
Tipps & Tricks
Redaktionelle Illustration zum Thema 7 Dinge die ich als Unternehmer wissen sollte.

Erfolg, Zielstrebigkeit, Expertenwissen – das sind nur einige Dinge, die unser CTO Ralf Gehrer mit Mentoren in Verbindung bringt. Ralf hat in den vergangenen Wochen einige LinkedIn-Beiträge zum Thema Mentoring verfasst und ist dabei auf viel positive Resonanz und Interesse gestoßen. Wir haben das Thema intern nochmals aufgegriffen und einen Blogartikel zu unseren Ideen und Tipps geschrieben.

Du kannst diese Inhalt auch in unserem Podcast finden

Die Kraft von Mentoring: Mentoren finden, Mentor werden, Wissensaustausch für Unternehmer

Was ist ein Mentor?

Wegweiser – so kann man einen guten Mentor vermutlich beschreiben.

Jemand, der Sie mit Ratschlägen, Unterstützung und Feedback versorgt und Sie, bzw. Ihre Entscheidungen, auch in Frage stellt. Ihr Mentor kann in der gleichen Branche oder in einer ähnlichen Rolle tätig sein, hat aber mindestens 5-10 Jahre mehr Erfahrung als Sie. Ein Mentor übernimmt keine operativen Aufgaben für Sie und Sie können auch nicht erwarten, dass er Ihnen in seinem Netzwerk “Türen öffnet”. Vielmehr gibt er Ihnen Ratschläge und zeigt Ihnen den richtigen Weg und für Sie besten Weg auf.

Klarheit über Ihre Ziele

Bereits bevor Sie sich auf die Suche nach einem Mentor machen, sollten Sie sich selbst einige Fragen beantworten können. Ohne die Antworten auf diese Fragen zu kennen, können Sie auch kein spezifisches Profil eines Mentors suchen. Mit den folgenden Fragen können Sie ihren Suchradius etwas eingrenzen:

  • Mit welchem Ziel suchen Sie einen Mentor? (Aufstieg im Unternehmen, Balance zwischen Privat- und Berufsleben, Unternehmensgründung, …)
  • Welche Fähigkeiten wollen Sie verbessern? (Programmierung, Führungsqualität, Sprachen, …)
  • Welche Hürden müssen Sie überwinden? (Fehlendes Wissen, unzureichendes Netzwerk, …)
  • Was wollen Sie lernen und aus der Beziehung mit einem Mentor mitnehmen? (Führungsstärke, Aufstieg der Karriereleiter, finanzielle Freiheit, …)
  • Auf welche Fragen brauchen Sie Antworten? (Wie gründe ich erfolgreich, Wie schaffe ich es, dass meine MA meiner Vision folgen, …)

Unser CTOs Tipp**:**

Schreiben Sie sich Ziele auf, welche Sie mit Hilfe Ihres Mentors schneller erreichen möchten und notieren Sie Fragen, dessen Beantwortung für Sie von Bedeutung ist. Einige dieser Fragen können Sie einem potenziellen Mentor bereits recht früh stellen und daran ggf. erkennen, ob Sie mit ihm ein gutes Team bilden.

Illustration zum Thema 7 Dinge die ich als Unternehmer wissen sollte.

Ihren Mentor sollten Sie bewundern können!

Sobald Sie sich im Klaren sind, welche Ziele Sie erreichen möchten, sollten Sie sich einen Mentor suchen, der Sie Ihrem Ziel näher bringen kann. Wer in Ihrem Umfeld hat das 10-fache Ihres derzeitigen Status quo erreicht? Wer besitzt relevante Fähigkeiten und praktische Erfahrung in derselben Branche – oder darüber hinaus? Wer kann eine Außenperspektive bieten, die durch praktische Erfahrung gestützt wird?

Im Idealfall achten Sie hier auf zwei „einfache“ Dinge:

  • Stimmen die Zahlen und Fakten? Sprich: Arbeitet Ihr möglicher Mentor in der gleichen Branche, hat er bereits die Erfahrungen durchlebt, die auch Sie machen möchten? Hier können auch Dinge wie sein Verdienst, sein Netzwerk und vieles mehr berücksichtigt werden.
  • Was sagt dein Bauchgefühl? Sprich: Passt es zwischenmenschlich, wirst du langfristig Kontakt zu dieser Person haben? Besteht auch gegenseitiges Interesse am Mentoring? Was sagt dein Herz?

Je nach Ihren Zielen sollten Sie sich nach mehreren Mentoren umsehen, die jeweils auf ein bestimmtes Ziel spezialisiert sind. Betrachten Sie sie als Ihr persönliches Beratergremium.

Wo finde ich einen Mentor?

  • Arbeitskollegen: Hast du jemanden im direkten Umfeld, von dem du bereits jetzt viel lernen konntest und dessen Fähigkeiten du sehr schätzt?
  • Alumni-Netzwerke: Ein gemeinsamer Nenner, beispielsweise die gleiche Universität oder das gleiche Stipendium, kann häufig Türen öffnen. Sprich oder schreibe Leute an, von denen du Gutes gehört hast.
  • Aktuelle oder ehemalige Vorgesetzte: Zumindest in den meisten Fällen sind Vorgesetzte beruflich weiter als wir es sind und verfügen über mehr Erfahrung. Zudem können sie uns den Aufstieg im Unternehmen oder einer bestimmten Branche erleichtern und verfügen über ein großes Netzwerk.
  • Soziale Netzwerke wie LinkedIn: Hier gestaltet sich die Suche schwieriger. Wir empfehlen auch hier, nach einem gemeinsamen Nenner zu suchen, beispielsweise dem gleichen Arbeitgeber oder der gleichen Universität.
  • Meetings und Netzwerkveranstaltungen: Solltest du über ein starkes Netzwerk verfügen, kann dir dieses auch hier in die Karten spielen. Nutze es und finde so mögliche Mentoren.
  • Spezielle Mentoring-Netzwerke wie The Mentoring Club: The Mentoring Club ist eine offene Gemeinschaft, die Menschen unterstützt, die lernen, wachsen und sich entwickeln wollen. Auch hier kannst du dich auf die Suche nach einem potenziellen Mentor machen. Der Vorteil: Erfahrene Personen begeben sich bewusst in Mentoring-Netzwerke und sind offen für eine Zusammenarbeit.
  • Unser CTOs Tipp: Fertige eine Liste von 10+ potenziellen Mentoren für jedes deiner großen Ziele an und wäge anschließend ab, wer als Mentor für dich infrage kommen könnte.

Make the “Ask”!

Illustration zum Thema 7 Dinge die ich als Unternehmer wissen sollte.

76 % der Menschen sagen, dass Mentoren wichtig sind, aber nur 37 % haben tatsächlich einen.

Warum diese Kluft? Häufigster Grund ist die Angst vor Ablehnung. Um diese Angst zu überbrücken und auch sonst die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Zusammenarbeit zu erhöhen, sollten die folgen Dinge beachtet werden:

Don’t label it

Bitten Sie die Person nicht gleich darum, “Ihr Mentor” zu sein. Das ist eine sehr große Bitte. Sicherlich zu groß für das erste Treffen. Vielleicht brauchen Sie die Bezeichnung “Mentor” für die Beziehung gar nicht. Schrecken Sie Ihr Gegenüber nicht ab, vielmehr sollten Sie langsam, Schritt für Schritt eine gesunde Beziehung zu einer Person entwickeln, die die für Sie relevanten Eigenschaften eines Mentors besitzt und tatsächlich lebt.

Die Frage nach dem ersten Meeting

Beginnen Sie stattdessen mit einer einfachen Bitte, die nur eine geringe Verpflichtung erfordert – etwas Ungezwungenes: eine (virtuelle) 15- bis 30-minütige Kaffeepause, eine Einladung zum Mittagessen oder etwas Aktiveres – wie einen Spaziergang.

Je nachdem, wie gut Sie die Person kennen, bitten Sie einen gemeinsamen Freund um eine Vorstellung oder schicken Sie eine kurze E-Mail – nicht mehr als fünf Sätze -, die Folgendes enthält:

  • Ein oder zwei Dinge, die Sie an der Person bewundern
  • Eine kurze Beschreibung Ihrer Person
  • Warum haben Sie sich gemeldet?
  • Was Sie gerne von der Person lernen würden
  • Bitten Sie um ein Treffen

Das erste „Date“

Machen Sie es Ihrem Ziel-Mentor leicht und kümmern Sie sich um die gesamte Logistik, damit er nur noch erscheinen muss. Bereiten Sie sich mit Ihren Fragen und einer Agenda vor, aber erzwingen Sie nichts. Lassen Sie das Gespräch natürlich verlaufen.

Nutzen Sie die erste Hälfte des Treffens, um sich gegenseitig kennenzulernen, und bringen Sie danach Fragen zur Karriere zur Sprache. Denken Sie daran, dass Sie beide noch dabei sind, sich gegenseitig kennenzulernen. Achten Sie daher etwas darauf, wie das Gespräch verläuft – jeder Mensch ist anders. Tasten Sie sich langsam voran, sollte Ihnen Ihr Gegenüber zu einem Thema keine Auskunft geben wollen, wird er dies auch nicht tun.

Achten Sie darauf, dass Sie die Zeit nicht überziehen. Fassen Sie zum Abschluss des Gesprächs/Treffens die Ratschläge zusammen, um zu zeigen, dass Sie den Beitrag des anderen zu schätzen wissen und ihn verstanden haben.

Bewerten Sie das Treffen

Haben Sie das Treffen mit einem besseren Selbstwertgefühl verlassen? Wurde eine Verbindung hergestellt? Haben Sie etwas Neues gelernt? Hat der Zielmentor Fragen gestellt?

Wenn nicht, gehen Sie weiter und wenden Sie sich an andere potenzielle Mentoren. Andernfalls stellen Sie einen Plan für das weitere Vorgehen auf. Hören Sie auch auf Ihr Bauchgefühl, nicht nur auf Ihre Checkliste. Ihren Mentor haben Sie häufig über viele Jahre an Ihrer Seite, nehmen Sie sich also Zeit und haben Sie Vertrauen in Ihre Einschätzung.

Senden Sie eine Danke-Nachrichte

Beim Mentoring gibt es keine 3-Tage-Regel: Melden Sie sich innerhalb von 24 Stunden nach dem Treffen mit einem Dankesschreiben zurück. Bedanken Sie sich darin für die Zeit, die sich Ihr Gegenüber für Sie genommen hat, teilen Sie einige wichtige Dinge mit, die Sie während des Gesprächs gelernt haben und lassen Sie sie wissen, dass Sie sich in ein paar Wochen wieder melden möchten.

Was macht einen guten Mentor aus?

Illustration zum Thema 7 Dinge die ich als Unternehmer wissen sollte.

Grundbaustein auf der Suche eines Mentors ist das Verständnis, welche Qualitäten einen guten Mentor auszeichnen. Da zwischen Ihnen und Ihrem Mentor ein über Jahre hinweg enger Austausch herrschen wird, müssen Sie genau wissen, wie Sie einen guten und zu Ihnen passenden Mentor finden können.

  • Relevante Expertise oder Wissen: Der ideale Mentor hat 5-10 Jahre mehr Erfahrung als du. So kann er dich bei deinen nächsten Schritten unterstützen, beispielsweise bei einer Beförderung oder Unternehmensgründung.
  • Enthusiastisches Teilen seiner Expertise: Ein weiteres Fundament für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Hinblick auf Mentoring ist der Wille, Wissen zu teilen. Die besten Mentoren geben Ratschläge nicht, weil sie sich selbst gern reden hören, sondern weil sie wirklich wollen, dass andere von ihrer hart erarbeiteten Erfahrung profitieren.
  • Eine respektvolle Einstellung: Die Fähigkeit, ehrliches, direktes, aber konstruktives Feedback zu geben, und die Bereitschaft, dir bei Bedarf auch mal Zuspruch zu geben.
  • Bereitschaft, Zeit und Ressourcen in andere zu investieren: Da es keinen konkreten Anreiz gibt, spielen große Mentoren das lange Spiel und erwarten keine unmittelbaren Gewinne. Sollte dein potenzieller Mentor keine Zeit für dich finden oder kein Verständnis für dein Berufsleben haben, solltest du dich unter Umständen nach einer anderen Person umsehen.
  • Reflektiertes Zuhören und Einfühlungsvermögen: Großartige Mentoren hören eher zu, was du zu sagen hast, als dass sie dir sagen, was du tun sollst. Sie fordern dich heraus, stellen immer wieder die “WARUM”-Frage und ermutigen dich, deine eigenen Überzeugungen zu hinterfragen.

Bonus: Bereitschaft, Sponsor zu sein. Ein Mentor muss nicht zwangsläufig ein Sponsor sein. Ein Sponsor ist jemand, der dir Türen öffnet, sich aktiv in der Öffentlichkeit für dich einsetzt und die Extrameile geht. Das geht häufig weit über Mentoring hinaus.

Die andere Seite der Münze: Wie werde ich ein guter Mentee?

Denken Sie daran, dass Sie, wenn Sie jemanden bitten, Ihr Mentor zu sein, jemanden bitten, sein wertvollstes Gut und seinen größten Druck zu investieren – seine Zeit. Zeigen Sie dem Mentor, dass seine Zeit und Erfahrung gut und sinnvoll genutzt werden. Zeigen Sie ihm, dass Sie gewillt sind von ihm zu lernen.

  • Halte deinen Mentor auf dem Laufenden: Sei transparent über die Fortschritte, die du und dein Unternehmen unter der Anleitung deines Mentors gemacht haben. Dein Mentor ist daran interessiert, dich erfolgreich zu sehen. Dein Erfolg ist seine “Bezahlung”.
  • Biete deine Hilfe an: Mentoring ist keine Einbahnstraße. Was du deinem Mentor zurückgibst, sind vor allem deine Fortschritte. Prüfe aber regelmäßig, ob du ihn auch darüber hinaus unterstützen kannst.
  • Drücken Sie Ihre Dankbarkeit aus Machen Sie die Dankesschreiben zu einer regelmäßigen Gewohnheit. Seien Sie dankbar für die Zeit und die Beratung, die Sie erhalten. Kümmern Sie sich um die gesamte Logistik etc., damit Ihr Mentor einfach mit Ihnen in Kontakt treten kann.
  • Bitte um Feedback: Ergreife Maßnahmen und Initiative, um Mentoring zu einem Erfolg zu machen. Nutze die Hilfestellungen und Kritik deines Mentors sinnvoll.
  • Engagiere dich für den Prozess: Mentoring lässt sich nicht in einem Sommer durchführen. Es erfordert echte Zeit und echte Arbeit. Engagiere dich regelmäßig dafür.

FAQs

Was ist ein Mentor?

Wegweiser – so kann man einen guten Mentor vermutlich beschreiben.

Was solltest du über Klarheit über Ihre Ziele wissen?

Bereits bevor Sie sich auf die Suche nach einem Mentor machen, sollten Sie sich selbst einige Fragen beantworten können.

Informiert bleiben?

Nie mehr Neuigkeiten verpassen.

> Alle lesen
Sören Elser

Sören Elser

CEO & Co-Founder der ElevateX GmbH und dein Ansprechpartner für den strategischen Einsatz von Freelancern.

> Kostenloses Gespräch buchen
← Zurück zum Blog