Beginner’s Guide: Was sind dApps?

What Are dApps

Bereits in vorherigen Beiträgen haben wir viel über die Technologie der Blockchain, ihre Anwendungsfälle und Einsatzmöglichkeiten berichtet. Auch in unserer ausführlichen Web3 Roadmap haben wir alle Themen und Subthemen zum Web3 zusammengefasst. 
Ein weiterer Anwendungsfall für die Blockchain sind sogenannte dApps, also decentralized Apps oder dezentrale Apps. Mittlerweile gibt es über 4.000 solcher Anwendung mit täglich fast 115.000 Nutzern. Die Tendenz ist weiter steigend.
Doch was sind dApps eigentlich genau? Wo ist der Unterschied zu herkömmlichen Anwendungen? Und was gibt es bereits für dApps?

Was sind dApps?

Der wesentliche Unterschied von dezentralisierten Apps liegt im Backend, weshalb sich an der Benutzeroberfläche selbst wenig verändert. DApps basieren auf sogenannten Smart Contracts. Das Besondere an Smart Contracts ist die Automatisierung. Sobald ein Vertragspartner seine Pflichten erfüllt hat, kann eine Auszahlung selbsttätig und automatisch erfolgen. Auch Smart Contracts funktionieren nach den Regeln der Blockchain. 
Eine wesentliche Eigenschaft der Blockchain ist, dass einmal angehängte Informationen nicht mehr geändert werden können, was diese auch so sicher macht. Das gilt somit auch für dezentralisierte Anwendungen. 
Wie der Name schon sagt, sind dApps dezentral angelegt. Bei herkömmlichen Anwendungen liegen die Informationen auf zentralen Servern des jeweiligen Anbieters, worüber dieser auch die Kontrolle hat. Das ist bei dApps nicht der Fall. Bei Blockchain-Netzwerken wird eine Kopie der Daten auf jedem Gerät, das Teil eines Blockchain-Netzwerks ist, gespeichert. Somit kontrolliert keine Einzelpersonen oder ein Unternehmen die Anwendung.  

Die meisten Anwendungen basieren dabei auf dem Open-Source-Blockchain-System, Ethereum. 

dApps DE

dApps basieren auf vier Kriterien

OpenSource

Der Quelltext für die Anwendung muss frei zugänglich sein und für jeden einsehbar. Zusätzlich gibt es keine zentrale Instanz, die über den Verlauf des Quellcodes entscheidet. Somit operiert der Quelltext quasi autonom. 

Blockchain

Wie bereits eingangs erwähnt basieren dezentrale Anwendungen auf der Technologie der Blockchain und übernehmen daher auch ihre Eigenschaften. 

Verschlüsselte Token

Token lassen sich als digitale Einheiten verstehen, die eine Kopie eines sensiblen Datensatzes auf einer Blockchain darstellen. In vielen Fällen sind diese die Währung einer bestimmten Blockchain. So ist Bitcoin beispielsweise die Währung der Bitcoin-Blockchain. 

Generierung von Token

DApps müssen einen Mechanismus zur Verfügung stellen, um verschlüsselte Token zur Verfügung zur stellen. Bitcoin verwendet zum Beispiel den Proof-of-Work- Algorithmus. Miner können Rechenleistung zur Verfügung stellen, um Bitcoins zu generieren.  
Als Alternative zum Proof-of-Work gibt es den Proof-of-Stake. Wo genau die Unterschiede liegen und was Consensus Mechanisms genau sind, erklären wir in diesem Beitrag.

Die unterschiedlichen Typen von dApps

Typ 1

Der erste Typ ist eine Applikation mit eigener Blockchain. Das ist zum Beispiel bei Ethereum oder Bitcoin der Fall. 

Typ 2

Der zweite Typ ist eine Applikation, die auf einer anderen Blockchain basieren. Ein Beispiel hierfür ist GNOSIS, eine Anwendung für dezentrale Prognosemärkte. GNOSIS basiert auf Ethereum und gehört damit zu Typ 2. 

Typ 3

Applikationen dieses Typs nutzen basieren auf einem Typ 2 Protokoll. Ein Beispiel hierfür ist das SAFE Netzwerk, welches auf dem Omni-Protokoll basiert, welches wiederum auf der Bitcoin-Blockchain aufgebaut ist. 

 

Ein Beispiel zur Veranschaulichung. Typ 1 kann man als Betriebssystem verstehen, also Windows, MacOS oder Linux. Typ 2 wäre dann eine Anwendung, die auf dem jeweiligen Betriebssystem läuft, etwa Photoshop, Microsoft Word oder ähnliche. Typ3 wiederum wäre dann eine Art Plug-In, die innerhalb dieser Anwendung läuft. Etwa ein Grammartool oder eine Erweiterung für Photoshop.  

Wie kann ich dApps nutzen?

Zunächst muss man sich ein Kryptowährungswallet einrichten. MetaMask ist dabei eines der bekanntesten und kann innerhalb der meisten Browser verwendet werden. Das kann man sich vereinfacht gesagt wie Apple Pay für Kryptowährungen vorstellen. Man kann Token Speichern, Senden oder Empfangen. Hauptsächlich für die Währung des Blockchain-Systems Ethereum, Ether. 
Nach dem Einzahlen von Ether kann man mit seinem Guthaben Onlinedienste bezahlen und auf verschiedene dApps zugreifen.  

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Was gibt es bereits für dApps?

Ethereum hat auf seiner Website eine Liste mit dezentralen Apps in vier verschiedene Kategorien eingeteilt. Zusätzlich muss man jedoch festhalten, dass viele dieser Anwendungen noch experimentell sind und lediglich die Möglichkeiten dezentraler Netzwerke aufweisen. 

Finanzen

Unter diese Kategorie fallen Apps, die sich auf den Handel mit Kryptowährung spezialisieren und somit als eine Art Bank fungieren. Man kann Kredite aufnehmen, Kredite vergeben und private Zahlungen tätigen. 
Auch Investitionen, Trading, Crowdfunding und Versicherungen sind möglich. 
Beispiele:
Aave 
Uniswap 
Nexus Mutual 
Gitcoin Grants 

Kunst und Sammlerstücke

Grundsätzlich lässt sich mit diesen Apps digitales Eigentum erwerben. Auch NFTs spielen damit eine wichtige Rolle.  
NFT steht für „non-fungible Token“. Im Gegensatz zu den vorhin erklärten, herkömmlichen Token sind diese also nicht austauschbar. Ein NFT ist somit einzigartig und lässt sich ideal für digitale Assets verwenden, von denen es nur wenige gibt.  
Beispiele:
Foundation 
POAP 
Audius 

Gaming

In der Kategorie Gaming konzentrieren sich die Anwendungen auf die Schaffung virtueller Welten oder den Wettkampf mit anderen Spielern, um Dinge zu generieren, die einen realen Wert haben. 
Beispiele:
Cryptovoxels 
Gods Unchained

Technologie

Die Anwendungen in dieser Kategorie konzentrieren sich auf die Weiterentwicklung der dezentralisierten Technologie: Arbeiten an Open-Source Software, Zugriff auf Rechenleistung erhalten oder sichere Peer-to-Peer Zusammenarbeit ohne Vermittler. 
Beispiele:
Ethereum Name Service 
Gitcoin 
Golem 
Brave

In jedem Fall ist es vorher nötig einen gewissen Betrag in Form von Ether zu investieren, um auf die Anwendungen zugreifen zu können. Ethereum weist deutlich darauf hin, dass man sich intensiv mit dem Thema vertraut machen sollte, bevor man größere Beträge investiert, da dies immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist. 

Was sind die Vorteile?

Da dezentrale Anwendungen auf der Blockchain basieren, decken sich die Vor- und Nachteile. 
In unserem Beginner’s Guide zur Blockchain könnt ihr diese ausführlich nachlesen. 
Hier die Zusammenfassung: 

Sicherheit und Datenschutz

Einmal angehängte Datensätze können nicht mehr verändert werden, was die Anwendungen gerade in den Finanzdienstleistungen äußerst sicher macht. 

Vertrauen

In den meisten Bereichen in denen gehandelt wird, benötigt es einen Vermittler, also eine Bank oder einen Verkäufer. Bei dApps werden diese nicht benötigt und Verträge oder Zahlungen läuft über die Smart Contracts. 

Schutz vor technischen Problemen

Da Daten nicht mehr auf einem zentralen Server gelagert werden, sondern auf den Endgeräten aller Teilnehmer einer Blockchain, sind diese vor Verlust geschützt. Sollte ein Gerät einmal ausfallen, halten die anderen Teilnehmer das Netzwerk aufrecht. 

Befähigung der Nutzer

Da der Quellcode öffentlich einsehbar ist, haben Nutzer eine bessere Übersicht aller vorhandenen Daten. Das macht auch Zensur und intransparenten Umgang mit sensiblen Daten deutlich schwieriger. 

Was sind die Nachteile?

Komplexität

Das Thema rund um die Blockchain ist äußerst komplex und ein noch sehr unerforschtes Gebiet in der IT. Aus diesem Grund ist es, wie bereits erwähnt, sehr wichtig, dass man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, bevor man anfängt größere Beträge in NFTs oder ähnliches investiert.  

Hoher Energieverbrauch

Transaktionen und auch das Minen von Kryptowährung benötigt jede Menge Rechenleistung und somit auch sehr viel Energie.  

Private Schlüssel

Jeder Teil der Blockchain hat einen eigenen privaten Schlüssel, was die die Daten gut und sicher vor Angriffen schützt. Sollte dieser Schlüssel jedoch verloren gehen, gibt es keine Möglichkeit an die jeweiligen Daten ranzukommen. In vielen Fällen ist dabei schon eine große Menge Geld verloren gegangen. 

dApps FAQ

Wie der Name schon sagt, sind dApps dezentral angelegt. Bei herkömmlichen Anwendungen liegen die Informationen auf zentralen Servern des jeweiligen Anbieters, worüber dieser auch die Kontrolle hat. Das ist bei dApps nicht der Fall.  

dApps besitzen einen Open-Source-Quelltext, der für jeden öffentlich einsehbar ist. Weiterhin basieren dApps auf der Blockchain-Technologie und übernehmen daher auch ihre Eigenschaften. Zusätzlich verfügen diese über Token, eine Art digitale Einheit der jeweiligen Blockchain. Das vierte und letzte Kriterium ist, dass jede zentrale Anwendung diese Token generieren muss, damit Nutzer diese verdienen können. 

Auf der Internetseite von Ethereum findet sich eine Liste mit verschiedenen dezentralen Apps. Diese Apps sind meist von Dritten programmiert und noch experimentell. Sie sollen grundsätzlich die Möglichkeiten von dezentralen Anwendungen aufweisen. 

 

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