Webentwickler Jobprofil
Was ist ein Webentwickler?
Software für internetbasierte Anwendungen wird von Webentwicklern erstellt. Sie erstellen Websites und entwickeln, unterstützen und pflegen anschließend Anwendungen mit vielen Programmiersprachen. Ein Webdesigner hingegen ist meist für die visuellen Komponenten zuständig. Häufig übernimmt eine Person sowohl die Rolle eines Webentwicklers als auch die eines Webdesigners — vor allem für Freiberufler kann es von Vorteil sein, beide Bereiche abzudecken.
Andererseits können Webentwickler durch eine Spezialisierung auch von einem eingeschränkten Fokus profitieren. Im Bereich der Entwicklung gibt es mehrere Lücken, die gefüllt werden können — Java-Entwickler, PHP-Entwickler und reine Frontend-Entwickler sind nur einige Beispiele. Außerdem sind viele Webentwickler mit dem kostenlosen Content-Management-System Typo3 vertraut.
Gute Webentwickler verbinden technisches Verständnis mit methodischen Fähigkeiten. Sie erstellen Anforderungsanalysen, sind mit Softwaredesign vertraut, verwalten Content-Management-Systeme und arbeiten routiniert mit Templates und Testkonzepten.
Was sind die Aufgaben eines Webentwicklers?
Als Webentwickler oder Webingenieur entwirfst und erstellst du webbasierte Softwarelösungen oder Online-Anwendungen. Neben der Entwicklung des Designs und der Architektur betreust du die Weiterentwicklung, Pflege und nachträgliche Optimierung bestehender Websites und Webanwendungen.
Im Gegensatz zu Entwicklern, die nur reine Anwendungen erstellen, verwendest du Hypermedia-Dokumente und den Browser als Benutzeroberfläche. Die Programmierung serverseitiger Skripte und Systemschnittstellen (Systemintegration) gehört zu deinen Aufgaben. Neben der Verwaltung von Autoren- und Redaktionssystemen bist du auch für die Entwicklung und Anbindung von Datenbanken zuständig.
Als Webentwickler führst du häufig Anforderungsanalysen durch, setzt automatisierte Tests um und schreibst serverseitigen und/oder browserseitigen Code. Bei Unternehmenswebsites mit weltweiter Ausrichtung müssen zusätzlich Internationalisierungs- und Lokalisierungsverfahren durchgeführt werden.
Mit anderen Webentwicklern arbeitest du vielleicht nur zusammen, wenn es um die Erstellung von Online-Diensten oder APIs geht. In der Regel arbeitest du jedoch während des gesamten Prozesses mit Webdesignern zusammen und achtest dabei genau auf die technische Machbarkeit und das visuelle Design. E-Business-Strategen und Marketingfachleute sind häufig in interdisziplinären Teams vertreten.
Im Laufe der Zeit können sich die Aufgaben und das Berufsprofil eines Webentwicklers drastisch verändern. Lebenslanges Lernen ist in diesem Bereich nicht nur ein Schlagwort, sondern eine Grundvoraussetzung.
Was braucht man, um Webentwickler zu werden?
Zu den Voraussetzungen für diejenigen, die als Webentwickler arbeiten möchten, gehören:
- Schulische Voraussetzungen: Hochschulreife, Fachhochschulreife oder mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss
- Englischkenntnisse: Einschlägige Fachliteratur und Dokumentationen sind häufig nur in englischer Sprache verfügbar oder gründlicher und aktueller als deutsche Übersetzungen. Webentwickler sollten Englisch sowohl in Wort als auch in Schrift beherrschen, da die Entwicklungsteams immer mehr multinational sind
- Kenntnisse in Mathematik und Informatik: Da Entwickler in erster Linie logisch und abstrakt denken müssen, sind ein ausgeprägtes abstraktes Denkvermögen und ein solides Verständnis der Mathematik unerlässlich. Starke Informatikkenntnisse sind ebenfalls erforderlich, vor allem wenn du mit der Erstellung komplizierterer Algorithmen und Designs betraut bist
Wie hoch ist das Gehalt eines Webentwicklers?
Es gibt zahlreiche Faktoren, die sich auf die Vergütung eines Webentwicklers auswirken. Der Betrag auf dem Lohnzettel wird maßgeblich von der Wirtschaftsbranche, der Größe des Unternehmens und dem Bildungshintergrund beeinflusst. Ein Webentwickler verdient in der Regel 44.900 Euro pro Jahr.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Als Webentwickler hast du die gleichen Möglichkeiten zur Spezialisierung wie als Softwareentwickler: Datenbanken, Programmierung oder Architektur. Darüber hinaus fallen Frontend- und Backend-Entwicklung in deinen Verantwortungsbereich. Du kannst dich entweder auf die Client- oder die Serverseite konzentrieren, je nach deinen Fähigkeiten und Interessen. Fullstack-Developer sind auf beiden Seiten zuhause.
Für Webentwickler gilt das Gleiche wie für fast alle IT-Berufe: Je größer das Unternehmen, desto spezifischer deine Aufgaben. Du könntest dich auf die Erstellung von Benutzeroberflächen oder die Anbindung von Datenbanken konzentrieren. Bei kleinen Unternehmen bist du vielleicht auch für Website-Design, digitales Marketing, Sichtbarkeit oder Suchmaschinenoptimierung (SEO) zuständig.
Wo arbeitet man als Webentwickler?
Fast alle Internet-, Medien- und Full-Service-Agenturen sowie die meisten Unternehmen mit eigenen IT-Abteilungen beschäftigen Webentwickler. Größere Unternehmen — insbesondere solche im elektronischen Handel (z. B. Online-Händler und Content-Anbieter) — sowie die Verwalter anspruchsvoller Portalnetze wie Diskussionsforen und Community-Websites sind auf erfahrene Webentwickler angewiesen.
Welche Karrierewege gibt es?
Für Webentwickler gibt es zahlreiche Karrierewege, die je nach persönlichen Präferenzen gewählt werden können. Aufgrund der sich ständig ändernden Anforderungen und des technologischen Fortschritts weist dieses Berufsumfeld eine besonders hohe Entwicklungsdynamik auf.
Der wichtigste Faktor für den beruflichen Aufstieg ist die praktische Erfahrung: Je mehr Projekte mit unterschiedlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen erfolgreich umgesetzt werden und je besser dabei das Fachwissen vertieft wird, desto besser sind die Aufstiegschancen. Ein typischer Weg ist der Aufstieg vom Junior-Webentwickler zum Senior-Webentwickler — der typischerweise erst nach fünf Jahren aktiver Projekterfahrung in Entwicklungsteams (und gelegentlich erst nach 7–8 Jahren) erreicht werden kann.