Mobile Entwickler Jobprofil
Was ist ein Mobile Entwickler?
Mobile Entwickler programmieren Anwendungen für mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets — für Windows, iOS oder Android. Sie sind hochspezialisierte IT-Experten, die sich darauf konzentrieren, Applikationen für mobile Endgeräte zu entwerfen, zu entwickeln und zu implementieren.
Ihre Arbeit ist entscheidend für das heutige digitale Ökosystem, in dem mobile Apps eine zentrale Rolle im Alltag spielen — von Kommunikation über Online-Shopping bis hin zu Navigation und Unterhaltung.
Was machen Mobile Entwickler?
Hauptaufgaben:
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Entwicklung von Apps: Programmiersprachen wie Swift für iOS und Kotlin oder Java für Android, um native Apps zu erstellen. Einige Entwickler verwenden auch Cross-Platform-Frameworks wie Flutter oder React Native für Apps auf mehreren Betriebssystemen.
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User Interface (UI) Design: Die Gestaltung benutzerfreundlicher und ansprechender Benutzeroberflächen ist entscheidend für eine positive User Experience (UX). Mobile Entwickler arbeiten eng mit UI/UX-Designern zusammen.
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Wartung und Updates: Nach der Veröffentlichung sind Mobile Entwickler für Wartung und regelmäßige Aktualisierungen verantwortlich — Behebung von Bugs, Verbesserung der Performance, Hinzufügen neuer Features.
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Sicherheit: Da mobile Apps oft persönliche Daten verarbeiten, ist Datensicherheit eine wichtige Verantwortung. Mobile Entwickler implementieren Verschlüsselungstechniken und Best Practices für Mobile Security.
Sind Android und iOS die beiden marktführenden Plattformen?
Ja — Googles Android (~78 % Marktanteil in Deutschland) und Apples iOS (~22 %) haben sich als Platzhirsche durchgesetzt. Andere mobile Betriebssysteme können als Zielgruppe heutzutage vernachlässigt werden.
Auch wenn sich die Plattformen in den vergangenen Jahren angeglichen haben, setzen beide auf ihr eigenes Developer SDK:
- Android: Vorwiegend Kotlin (ehemals Java)
- iOS: Swift (ehemals Objective-C)
Eine native Android App kann nicht auf einem iOS-Gerät ausgeführt werden und vice versa — die Entwicklung separater Apps für jede Plattform ist notwendig. Cross-Platform- oder Hybrid-App-Entwicklung können Abhilfe schaffen.
Breites Spektrum an App-Typen: nativ, cross-plattform, hybrid, web — Was ist besser?
Es gibt inzwischen ein riesengroßes Spektrum verschiedener App-Typen. Die nachfolgende Auflistung stellt diese dar und soll für etwas mehr Orientierung im Dschungel der App-Arten sorgen:
- Native App: Wie bereits erläutert, bezeichnet man Apps als nativ, wenn diese mit dem jeweils hauseigenen Android SDK (Kotlin, Java) oder iOS SDK (Swift, Objective-C) für eine einzige Plattform entwickelt wurden. Sicherlich sind sie der meist-verbreitete App-Typ.
- Cross-Plattform-App: Als Cross-Plattform-Apps bezeichnet man mobile Anwendungen, welche einen Großteil der Code-Basis teilen und auf beiden mobilen und ggf. weiteren Plattformen (wie etwa in jedem Web-Browser) nutzbar sind.
- (Progressive) Web App (PWA): Sie können als mobil-optimierte Webseite betrachtet werden. Es ist keine Installation auf dem Gerät notwendig, dafür sind aber auch Hardwarefunktionalitäten, wie die Kamera oder GPS, nur sehr eingeschränkt nutzbar.
- Hybride App: Von einer hybriden App spricht man, wenn mit einem hybriden App-Entwicklungs-Framework – einer der bekanntesten Vertreter hier ist React Native – gearbeitet wird. Dabei wird dem App-Nutzer eine native App vorgegaukelt. Unter der Haube handelt es sich aber um eine Schnittstellenimplementierung, welche von dem zugrundeliegenden Betriebssystem abstrahiert und eine für Android und iOS einheitliche Basis bietet, auf welcher die eigentliche App erstellt wird. Die nativ-wirkenden UI-Elemente wie Buttons oder Eingabefelder werden dabei vom hybriden Framework in der Regel nachimplementiert. Innerhalb des hybriden Frameworks kann dann mit einer Programmiersprache (im Falle von React Native ist es JavaScript; bei Flutter die Sprache Dart) eine App für Android und iOS zugleich erstellt werden. Das vom Framework gewählte Abstraktionslevel beeinflusst letztendlich die Flexibilität des hybriden App-Entwicklers. Neben React Native gehören auch Flutter, Cordova, Xamarin und Ionic zu den hybriden App Frameworks.
Mit Kotlin Native stehen darüber hinaus auch noch weitere Hilfsmittel zur Verfügung, um Code zwischen unterschiedlichen Plattformen zu teilen: So können Teile der Business Logik einer App, bspw. komplexe Berechnungen oder die Kommunikation mit einem Server in Kotlin implementiert, eine für jede Plattform native Komponente (Bibliothek) generiert und dort genutzt werden. Unter anderem die UI Implementierung muss aber weiterhin nativ erfolgen.
Native-App vs. Cross-Plattform-App Entwicklung — Was sind Erfahrungen und Empfehlungen?
In den vergangenen Jahren sind verschiedenste Unternehmen vermehrt auf den Zug der Cross-Plattform-App-Entwicklung aufgesprungen. Sie hatten zum Ziel — anstelle je eine separate Android und iOS App zu entwickeln — nur eine Codebasis pflegen zu müssen, schneller zur Marktreife zu gelangen, und letztendlich Kosten zu sparen. Doch selbst die Pioniere Facebook und AirBnB sind trotz signifikanter Investitionen in bspw. React Native nun wieder auf native App Entwicklung umgestiegen, da die Versprechen nicht gehalten werden konnten.
Google hat mit Flutter im Dezember 2018 die erste Version eines neuen Cross-Plattform Toolkit veröffentlicht. Seit jeher entwickeln wir verschiedene Prototypen und Produkte für Kunden mit Flutter. Flutter wird stets weiterentwickelt und verbessert. Ein großer Vorteil von Flutter ist die einfache Integration in eine bestehende Android/iOS App, so dass die Nutzung von Flutter experimentell für eine oder wenige neue Funktionen erprobt werden kann. Für eine prototypische Umsetzung zur Validierung einer neuen Geschäfts-/Produktidee eignet sich Flutter in vielen Fällen gut.
Ob wir dir darüber hinaus zum Einsatz von Flutter — oder einer alternativen Cross-Plattform-Technologie — raten, hängt stark von deinem konkreten Projekt, dessen Umfang und deiner Risikobereitschaft ab. Eine genaue Evaluation ist es aus unserer Sicht allemal wert. Indikatoren, die wiederum stark für eine native App-Entwicklung sprechen, sind etwa die Kommunikation mit externer Hardware via Bluetooth, WLAN oder ähnlichem, eine exzessive Integration und Anpassung der üblichen Kamera-Funktionalität oder eine umfängliche Offline-Fähigkeit der App.
Solltest du eine Enterprise App für das B2B-Umfeld konzipieren, empfehlen wir, genau zu evaluieren, ob sie tatsächlich Android und iOS — aufgrund der Präsenz beider Zielgruppen — unterstützen müssen oder ob sie sich ggf. sogar auf eine Plattform beschränken können. Die Anschaffungskosten weniger z.B. Android-Geräte stehen in der Regel in keinem Verhältnis zu den Entwicklungskosten für eine weitere Plattform (iOS).
Lebenszyklus einer mobilen App — welche Aufgaben sind zu bedenken?
Egal ob du selbst eine App entwickelst oder eine App erstellen lässt, durchläuft diese unterschiedliche Phasen und Lebenszyklen — viele davon im Idealfall parallel und iterativ. Dabei ist für eine erfolgreiche Etablierung am Markt die reine Entwicklungsarbeit nicht genug.
Am Beginn steht die Definition der Zielgruppe und die Ausarbeitung eines Alleinstellungsmerkmals gegenüber den ggf. bereits existierenden Apps von Konkurrenten. Auf Basis dessen empfehlen wir, eine nutzerzentrierte Ausarbeitung des UX-Konzepts in Form von Wireframes, gefolgt von einer grafischen Ausarbeitung des UI-Designs. Dabei lassen sich bereits iterativ erste Annahmen validieren und entsprechendes Nutzerfeedback einarbeiten, bevor eine einzige Zeile Code erstellt wird.
Das App-Konzept inklusive Designs dient anschließend als Grundlage für die Technologieauswahl zur App-Erstellung. Wie zuvor beschrieben gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, eine App Idee umzusetzen. In den häufigsten Fällen erfasst eine App eine Vielzahl an Daten, welche zentral in einem Backend-System abgelegt werden. Entsprechend gilt es, ein gewisses Sicherheitskonzept festzulegen und umzusetzen, um die Daten sicher zu speichern. Diese Informationen fließen dann in die entsprechende Systemarchitektur ein. Mit diesen Informationen kann dann schließlich die agile Entwicklungsarbeit aufgenommen werden.
Bei der Umsetzung und Entwicklung einer App inklusive Backend fallen einige sich wiederholende Aufgaben an, etwa das Deployment der Backends auf dem Server oder die Erstellung und Veröffentlichung der App-Artefakte in den App-Stores Google Play und iTunes. Diese und weitere Schritte können jedoch in einer so genannten Continuous Integration and Continuous Delivery Pipeline (CI/CD) automatisiert werden.
Sobald die erste Produktversion — ein so genanntes Minimum Viable Product (MVP) — steht, kann diese mit den ersten Alpha/Beta Testern evaluiert werden. Entsprechend kann die Veröffentlichung neuer App-Versionen sehr feingranular gesteuert werden. Beispielsweise kann die neueste Version zunächst lediglich an Beta-Tester in Deutschland ausgespielt werden. Sollten die Ergebnisse zu vollster Zufriedenheit sein, kann die Zielgruppe stetig erhöht werden. Zudem besteht stets die Möglichkeit, für bestimmte Märkte — etwa die USA oder Asien — eine dedizierte App-Variante zu erstellen.
Zuletzt stellt sich noch die Frage, wie potenzielle Nutzer überhaupt auf ihre App aufmerksam werden. Die Notwendigkeit von Marketing ist nicht zu unterschätzen, denn der App-Markt ist groß. Hier kann natürlich Werbung auf den einschlägigen Plattformen geschaltet werden. Ebenso ist entsprechende Pressearbeit und organische SEO-Optimierung zu empfehlen. Selbst der App-Eintrag in den App-Stores kann entsprechend optimiert werden.
Wie funktioniert die Qualitätssicherung und -kontrolle in der App-Entwicklung?
Elementarer Bestandteil des Entwicklungsprozesses sind die Qualitätssicherung und -kontrolle. Um manuellen Aufwand auf die wichtigen Aufgaben zu begrenzen und konstant höchste Qualität zu garantieren, sind diese im Rahmen einer so genannten Continuous Integration and Continuous Delivery (CI/CD) Pipeline von Beginn an implementiert: eine Abfolge an Maßnahmen und Analysen prüft ein jedes Projekt ab der ersten Zeile Code sowie jede weitere Änderung automatisiert. Änderungen werden isoliert entwickelt, analysiert und erst bei erfolgreicher Prüfung in das Projekt übernommen.
Konkret sieht diese Abfolge wie folgt aus:
- Die Codebasis muss fehlerfrei kompilieren.
- Statische Code-Analyse: Prüfung von Änderungen auf mögliche Fehlerquellen, einheitlichen Code-Stil und Best-Practices.
- Automatisierte Unit- und UI-Tests: Müssen alle fehlerfrei sein mit einer Code-Abdeckung von 60–80 % (je nach Anforderungen pro Projekt; manche Teile des Codes können nicht automatisiert getestet werden).
- Manuelle Überprüfung von Änderungen im Vier-Augen-Prinzip durch einen weiteren Entwickler — Änderungen werden mit eventuellen Kommentaren versehen, akzeptiert oder abgelehnt.
- Automatisierte Bereitstellung der neuen App-Version für interne Nutzung.
- Durchführung manueller Integrationstests anhand eines wachsenden Testscripts zur Überprüfung aller fachlichen Anforderungen.
Verschiedene Meilensteine haben unterschiedlich hohe Anforderungen. So kann sichergestellt werden, dass eine Beta-Version bereits alle manuellen Integrations-Tests erfüllt, während eine interne Version noch nicht den manuellen Test-Prozess durchlaufen muss. Es wird jedoch keine öffentliche Version geben, die nicht auf Herz und Nieren geprüft und Belastungstests ausgesetzt wurde.
Sollte es trotz der genannten Maßnahmen doch einmal zu einem unerwarteten Problem kommen, ist jedes Projekt mit einem entsprechenden Monitoring und Reporting ausgestattet. So kann zügig auf auftretende Fehler reagiert und diese gelöst werden.
Welche Skills braucht ein Mobile Entwickler?
Fachlich:
- iOS: Swift, Xcode, UIKit/SwiftUI, CocoaPods
- Android: Kotlin, Android Studio, Jetpack Compose, Gradle
- Cross-Platform: Flutter (Dart), React Native (JavaScript/TypeScript)
- REST-API- und GraphQL-Integration
- Mobile Security: Verschlüsselung, sichere Datenspeicherung, OAuth/OIDC
- App-Store-Prozesse: App Store Connect, Google Play Console
- Performance-Optimierung und Debugging
Softskills:
- Problemlösungskompetenz — Performance-Probleme und Crashes diagnostizieren und beheben
- Nutzerempathie — für das Mobile-First-Erlebnis entwickeln
- Kommunikationsstärke — Zusammenarbeit mit Designern, Backend-Entwicklern und Produktmanagern
- Detailgenauigkeit — pixelgenaue UI-Implementierung über verschiedene Gerätegrößen
- Lernbereitschaft — mit sich schnell entwickelnden Plattform-APIs und -Tools Schritt halten
Was verdient ein Mobile Entwickler?
Mobile Entwickler verdienen in Deutschland typischerweise zwischen 50.000 € und 80.000 € jährlich. Berufseinsteiger beginnen bei etwa 45.000–55.000 €. Senior Mobile Entwickler mit Expertise in iOS und Android können 90.000 € und mehr verdienen. Die hohe Nachfrage — besonders in Fintech, E-Commerce und Unternehmenssoftware — unterstützt wettbewerbsfähige Vergütungen und attraktive freiberufliche Tagessätze.