In dieser Folge unseres Podcasts „Digitalisierung braucht Freelancer“ beschäftigen wir uns damit, wie ihr als Unternehmen die richtigen Freiberufler auswählt und davon überzeugt auch mit euch zusammenarbeiten zu wollen. Zwar geht es im kompletten Staffing Prozess für Freelancer um deutlich mehr als diese Aspekte, in dieser Episode liegt der Fokus jedoch auf dem Interview mit freiberuflichen IT-Experten.
Wie sollte ein erfolgreiches Experteninterview für den Freelancer aussehen?
Unser IT-Profi Ralf war jahrelang selbst Freiberufler und hat dabei vielfältige Erfahrung in Interviews sammeln können. Kuriose Beispiele sind da zum Beispiel, dass sich sehr lange niemand meldet oder jemand führt das Interview, der selbst kein Experte auf dem Gebiet ist.
Kuriositäten gibt es viele. Die wohl spannendste in letzter Zeit ist diese: So wurde ein Mitglied unserer Community in einem Interview nach seinen Leistungen im Matheabitur gefragt, wobei dieser bereits fast 15 Jahre Expertise in der Entwicklung vorzeigen konnte.
Grund genug also, sich im Detail mit den Dos und Don’ts für freiberufliche Interviews zu beschäftigen.
Ein hilfreicher Aspekt ist bereits, wenn die Leute, die das Interview führen, auch selbst Teil des Projektteams sind. Auf diese Weise kann der Freelancer bereits den Kontext des Projekts erschließen und die Teilnehmer des Projekts können sich kennenlernen. Auch sollte das Interview ein offenes Gespräch sein und nicht mit Multiple-Choice Fragen oder standardisierten Tests gefüllt werden. Dennoch sind Coding-Challenges ein hilfreiches Mittel, um Einblicke in die Fähigkeiten des Freelancers zu erhalten. Dabei zählt aus unserer Sicht vor allem die Herangehensweise und nicht die komplette Lösung.
Auch nicht selbstverständlich: Ein kurzer Abriss über die aktuelle Projektsituation und keine ausreichende Erwartung, die an den Freelancer gestellt wird.
Zusammengefasst soll in einem Interview auch der Freelancer Lust auf eine gemeinsame Zusammenarbeit bekommen. Oftmals ist es sogar der Fall, dass, wenn keine Zusammenarbeit entsteht, dieser Eindruck von beiden Parteien geteilt wird und es gar nicht erst zu einer Disharmonie der einen Seite kommt.
Wie sollte ein erfolgreiches Experteninterview für den Kunden aussehen?
Auch der Kunde hat die Erwartung, den Freelancer kennenzulernen und bewerten zu können, ob eine gemeinsame Zusammenarbeit entstehen kann. Hier ist es bereits hilfreich zu differenzieren zwischen einem Interview für einen Freiberufler und einem Interview für festangestellte Mitarbeiter. Freiberufler bringen oftmals schon einiges an Erfahrung mit sich, wobei man sich bei festangestellten Mitarbeitern überlegen sollte, inwieweit man bereit ist in die Fortbildung dieser zu investieren. Als Kunde sollte einem also bewusst sein, was die wichtigsten Skills sind, die ein Kandidat mitbringen sollte, welche dann auch in einem Interview abgefragt werden sollten. So zählt dort auch die Erfahrung mit rein und die Expertise, die der Freelancer mitbringt. Gerade bei den wichtigsten Sachen bietet es sich an, nochmal nachfragen zu stellen. Gleichzeitig ist es wesentlich, nicht zu fokussiert auf eine Programmiersprache oder ein Framework zu sein. Wenn der Freelancer die Programmiersprache gut beherrscht, ist das Grundkonzept der Softwarearchitektur meist ebenfalls klar. Oftmals ähneln sich Frameworks von den Grundbegebenheiten, weshalb das Einarbeiten in solche kein Hindernis für einen freiberuflichen Experten darstellt. Daher sind wir der Meinung, dass es zielführender für Kunden ist, weniger Wert auf Namen und Frameworks zu legen, sondern zu überprüfen, ob das Grundkonzept dahinter klar ist. Dafür sind oftmals auch offene Fragen hilfreich. Ein Beispiel: „Wir möchten das folgende Feature für unsere App implementieren, wofür es folgende Rahmenbedingungen gibt. Wie würdest du das Thema angehen?“
Hard Skills oder Soft Skills?
Zwar ist die Wichtigkeit des technischen Hintergrunds nicht von der Hand zu weisen, jedoch verfolgen wir bei ElevateX schon lange noch einen weiteren, wesentlichen Ansatz. Wir sehen die technischen Fähigkeiten als Voraussetzung, daher es ist es umso wichtiger, dass auch die persönlichen Beziehungen stimmen. Die IT-Branche ist eine extrem kommunikative Welt, da kein Entwickler nur allein an einem Projekt arbeitet. Deshalb ist eben die Kommunikation ein wichtiger Soft Skill. Stichwort Teamwork! Teilen die Kandidaten gerne Erfahrungen? Wird sich an Kommunikationsabläufe gehalten? Wie sieht es mit Arbeiten im agilen Set-up aus?
Auch hier wieder ein Beispiel: „Wir müssen gemeinsam entscheiden, ob Lösung A oder Lösung B implementiert werden soll. Wie würdest du mit der Situation umgehen?“
Wie beeinflussen diese Erkenntnisse unsere Arbeitsweise bei ElevateX?
Auch wir haben einen hohen Stellenwert für technische Vorqualifikationen. Alle Kandidaten, die wir unseren Kunden vorstellen, die wir für passend erachten, haben bereits eine technische Vorqualifikation durchlaufen. So muss sich der Kunde lediglich auf das zwischenmenschliche konzentrieren, da die technischen Voraussetzungen gegeben sind.
Das führt zu offeneren Gesprächen und weniger zu einem „Abfragen“ der technischen Skills.